Die Geschichte des TV Furth im Wald

Der TV Furth im Wald ist der älteste Verein der Stadt Furth im Wald.

Der Begriff "Sport" hat seine sprachliche Wurzel in dem spätlateinischen Verb "disportare", was soviel heißt, wie sich zu "zerstreuen", sich "vergnügen". Gemeint ist die Form der Leibesübungen, wie sie sich im 19. Jahrhundert zuerst in England entwickelte.

Mit der Gründung des TV im Jahre 1881 hauptsächlich durch den aus Sachsen stammenden Kaufmann Julius Blum und dem Premierleutnant Franz Reimer wurde die Keimzelle für die vereinssportliche Entwicklung Furths gelegt.
Über all die bewegten Vor- und Nachkriegszeiten entwickelte sich der TV Furth zu einem Verein, der stets den gerade auch heute gegebenen Aufgaben gerecht wurde und stets werden will.
Julius Blum konnte eine Schar junger Männer für seine Turnziele erwärmen und mit ihnen am 1. Oktober 1881 im Hotel Hohenbogen einen Verein gründen. Die Vereinsführung mit Julius Blum, dem Fellhändler Josef Perlinger und Stadtschreiber Franz Plötz gelang es, im Jahr 1900 in der Tradtstraße ein Grundstück zu finden (Kaufpreis: 5565 Mark) und eine Turnhalle zu erbauen.
Nachdem sich der TV zu einem Verein für mehrere Sportarten entwickelt hatte, wurde 1928 diese erste Halle bedeutend vergrößert und eine Theatherbühne eingebaut. Die Eröffnungsfeier fand am 29. Okt. 1929 im Beisein von mehr als 300 Personen statt, darunter auch der Patenverein TV Amberg 1861.
Die Halle wurde wieder zu klein, durch Vorstand und Schneidermeister Alois Würz wurde ein Umbau vorgenommen und am 16. Dez. 1950 wurde diese feierlich eröffnet.
Die fünfziger und sechsziger Jahre waren gekennzeichnet von einer unermüdlichen Aufbauarbeit der einzelnen Abteilungen auf breiter Basis. Die 75-Jahr-Feier unter dem Bundestagsabgeordneten Hugo Geiger war ein dominierendes Ereignis. 1969 wurde ein Sportstättenverein gegründet. 1977 wurde die alte Turnhalle erneut saniert, 1999 aus dringlichen Gründen verkauft. Mit dem Bau der Dreifachturnhalle wurde 1974 begonnen, im September 1975 war diese fertig. Am 5. Okt. 1975 wurde die Halle der Bevölkerung vorgestellt und in Betrieb genommen.
1981 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Damals bestanden folgende Abteilungen: Turnriege für Frauen, Männer und Jugendliche, Fechtriege, Tischtennis, Judo, Volleyball, Karate, Tennisabteilung TC Grün Weiß im TV. Bei vielen Turnfesten in und außerhalb Bayerns wurden beachtliche Erfolge erzielt.
Leichtathletische Traditionen setzten erst Mitte der zwanziger Jahre ein. Weitsprungtalente Ende der fünfziger Jahre waren Friedl Plötz, Theo Breu, Karl Hasenöhrl, Willi Christ und Karl Kleeberger.
Eine TV-Frauenabteilung wurde bereits 1951 festgestellt. Karl Reitmeier, Maria Dimpfl und Michael Körner waren Übungsleiter. Die Damengymnastik unter Christa Rank ist ebenso erwähnenswert, wie die Gruppen der Jugendleiterin Dagmar Lax-Hastreiter. 1968 wurde die Männerabteilung gegründet, es reihten sich Gymnastik, Volleyball und Fußball an. 1958 lebte die Sportart schwerathlethisches Turnen unter der Leitung von Luitpold Schießl und Werner Perlinger wieder auf.
Bereits 1924 wurde die Fechtriege gegründet, Ernst Wild sen. gehörte zu den Initiatoren. Der Neubeginn erfolgte 1954, mit Ernst Wild lebt dieser Fechtsport als "Spaßfaktor" fort. Judo, Volleyball (1969 unter Hans-Jürgen Bernhardt gegründet), Basketball, Karate, Fußball (Scherbauer-Elf) und Tennis waren weitere Abteilungen, die gegründet wurden.
Einzelne Abteilungen leiden heute unter Nachwuchssorgen. Doch 125 Jahre Turnverein berechtigen zu der Hoffnung, daß in einer friedlichen globalen Zukunft der TV wie bisher den Sport in seiner Vielseitigkeit als die "schönste Nebensache" im freizeitlichen Alltag bietet.